Fünf Songs

MONEY, MONEY, MONEY

Das Thema Geld ist in unserer Gesellschaft allgegenwärtig: Wer hat keins, wer hat viel (und wenn ja, wie viel), wo kommt es her, und wofür wird es wieder ausgegeben? Da kommen Songtexter nicht umhin, die Geldfrage in der Musik aufzugreifen. Als Erstes denkt man an dieser Stelle vielleicht an ABBA oder Pink Floyd, aber Lieder, die sich auch auf subtilere Weise mit der Geldthematik auseinandersetzen, sind zahlreich, und die hier vorgestellten fünf Songs nur eine kleine Auswahl davon.

 

NINA SIMONE
Ain’t Got No (I Got Life)
1968

„I ain’t got no home, ain’t got no shoes/Ain’t got no money, ain’t got no class.“ Im ersten Teil dieses Liedes besingt Miss Simone all die Dinge, die sie nicht hat: kein Zuhause, keine Schuhe, keine Klamotten, kein Parfüm. Kurz, all die Dinge, die sie sich kaufen könnte – wenn sie denn nur Geld hätte. Auch Freunde, Familie, Liebe oder einen Gott hat sie nicht, eigentlich steht sie mit gar nichts da und fragt sich: „What have I got nobody can take away?“ Hier schwingt das Lied um, Nina Simone spricht Geld jegliche Bedeutung ab und zelebriert all das, was Geld nicht kaufen und ihr niemand nehmen kann: ihren Körper, ihr Leben, ihre Freiheit.

 

THE SMITHS
Paint A Vulgar Picture
1987

„And oh, the sickening greed“, beklagt Morrissey in „Paint A Vulgar Picture“ die Geldgier der Plattenindustrie. Der Song kritisiert, wie die Branche mit einem Todesfall unter Musikern umgeht, wie er zu einem kommerzialisierten Spektakel wird. Mit limitierten Editionen und Neuauflagen sämtlicher Werke wollen Plattenfirmen dann nämlich den Fans das Geld aus der Tasche zu ziehen. „Paint A Vulgar Picture“ bringt auf den Punkt, wie die Trauer der Hinterbliebenen und die nun endgültige Unerreichbarkeit eines Stars aus reiner Profitgier ausgebeutet werden.

 

UDO LINDENBERG
Club der Millionäre
1991

Wie der Titel schon ahnen lässt, geht es in diesem Lied um die Elite der Superreichen. Udo Lindenberg lamentiert, dass es nur vier Möglichkeiten gibt, in diesen Club der Millionäre hineinzukommen, und zwar müsste man Erfinder, Schwerverbrecher, Erbschleicher oder einfach nur ein Glückspilz im Lotto sein. Damit stünden einem alle Türen offen, und man könne dem Elite-Leben frönen: exklusive Parties im Ritz, Champagner ohne Ende, schöne Frauen, die sich im Bett räkeln. In der Theorie klingt das für Lindenberg ganz gut, aber letztlich zweifelt er doch, ob Geld allein ihn glücklich machen würde, und grübelt: „Finden die Mädels wirklich mich oder meine Kohle nett?“

 

KENDRICK LAMAR
How Much A Dollar Cost?
2015

Laut Kendrick Lamar beruht dieser Song auf einer wahren Begebenheit, die ihm selbst widerfahren ist. Es dreht sich um eine Begegnung zwischen ihm und einem Obdachlosen, der ihn um einen Dollar bittet. Lamar ist davon überzeugt, dass das Geld für Drogen draufgehen werde, und weigert sich deshalb. Die Situation spitzt sich zu – alles nur wegen eines einzigen Dollars. Schließlich wird Lamar klar, dass es nicht wirklich nur um das Geld, sondern um die Geste an sich geht; es ist Gott, der durch den Obdachlosen spricht und ihm sagt: „I’ll tell you just how much a dollar cost. The price of having a spot in Heaven, embrace your loss, I am God.“

 

BEYONCÉ FEAT. THE WEEKND
6 Inch
2016

„She works for the money from the start to the finish/She’s worth every dollar and she’s worth every minute.“ Obwohl es nie explizit ausgesprochen wird, scheint „6 Inch“ von einer Stripperin zu handeln, die sieben Nächte die Woche in einem Club tanzt, mit der einzigen Absicht, sich Geld und Macht zu verschaffen. Sie verausgabt sich vollkommen, es macht ihr aber nichts aus, da es sich für sie im wahrsten Sinne des Wortes auszahlt. Dieser Song könnte als Ode an alle Frauen verstanden werden, die sich Erfolg und Reichtum auf welche Weise auch immer hart erarbeiten.

Johanna Andres

2017-11-08T17:20:15+00:00 November 2017|Kategorien: Geld. Macht. Pop.|Tags: |