Heimat – Editorial

In dieser Ausgabe setzen wir uns mit einem urdeutschen Begriff auseinander – dem Begriff der Heimat. Das Wort lässt sich nur schwer in andere Sprachen übersetzen. „Heimat – German Dream“ heißt ein Buch, in dem englische Autoren versuchen, ihren Landsleuten „Heimat“ mit Begriffen wie „homeland“ oder „roots“ nahezubringen. Die Gründe für diese sprachliche Besonderheit liegen in der Geschichte: Mehr als fünfhundert Fürstentümer und Königreiche zerteilten einst den deutschen Sprachraum in Provinzen, ohne eine Hauptstadt im Zentrum. Heimatgefühl galt also schon immer eher einer Provinz, einer bestimmten Gegend – und war damit etwas anderes als etwa der englische Patriotismus.

So schwierig wie eine Übersetzung in andere Sprachen stellt sich auch der Versuch einer Definition im Deutschen dar: Was bedeutet Heimat eigentlich? Für die „Saitensprung“-Redaktion war besonders interessant, wie sich der Topos in der Musik wiederfindet und wofür er dort in verschiedenen Kontexten eigentlich steht: So sind wir auf die Suche gegangen nach Ruhrpott-Punkbands, die über ihre Heimat singen, haben erforscht, wo verschiedene Hip- Hop-Stile beheimatet sind, haben der Bayrischen Blasmusik und ihrer Bierzelttradition nachgespürt und die Musik der Nachkriegsheimatfilme näher unter die Lupe genommen.

Machen Sie es sich gemütlich im trauten Heim und genießen Sie die Lektüre!

Vanessa Özdemir

Bildnachweis: Katharina Bock

2018-06-29T22:32:02+00:00 Oktober 2013|Kategorien: Heimat|Tags: |