Etwas Gesprochenes

Was auf der ersten Schallplatte aus Hannover zu hören war, liegt im Dunkeln

Dass die Schallplatte in Hannover erfunden wurde, wussten Sie wahrscheinlich schon. Dass auch die erste Musikkassette und die erste CD aus Hannover kamen, vielleicht auch. Aber was auf der ersten Schallplatte zu hören war, die in Hannover gepresst wurde, das wissen Sie wahrscheinlich nicht!

1877 war es Thomas Alva Edison gelungen, seine Stimme, mit einer auf eine Walze gespannten Stanniolfolie von einem Phonographen zu reproduzieren. Der gebürtige Hannoveraner Emil Berliner entwickelte diese Erfindung weiter und erhielt im Jahre 1887 in Amerika das Patent auf das von ihm geschaffene Grammophon und die Schallplatte.
1898 gründeten Emil Berliner und sein Bruder Joseph die erste Schallplattenfabrik Europas in Hannover in der Kniestraße.

Durch den Krieg gingen viele Aufzeichnungen und Dokumente aus dieser Zeit verloren, sodass nicht rekonstruiert werden kann, welches die allererste Schallplatte war, die in Hannover in die Serienproduktion ging. Die früheste Platte, die identifiziert wurde, war eine Tonaufnahme von William Booth, dem Gründer und ersten General der Heilsarmee; sie entstand im Februar 1898 in Washington. Die Amerikaner schickten die Pressmatrize mit der Tonaufzeichnung Booths in die noch im Aufbau befindliche Fabrik nach Hannover. Dort wurden dann, ab dem Frühsommer 1898, Platten mit dieser Aufnahme in Serie gepresst, versehen mit der Katalognummer E 1000. Am 11. Juni 1898 erreichten die ersten Schellackplatten aus Hannover die Londoner Gramophone Company – darunter auch die von William Booth. Was genau auf der Platte zu hören war, ist unbekannt. Der Berliner Tonarchäologe Stephan Puille vermutet aber, dass es sich bei der Aufnahme um etwas Gesprochenes handelte.

Miriam Stolzenwald

2017-10-12T17:55:45+00:00 Oktober 2017|Kategorien: Mode(n)|Tags: |