10 Fragen an… NILS LANDGREN

Er ist Posaunist, Sänger und Bandleader, Musikhochschuldozent und Festival-Intendant: Nils Landgren. Immer mit seinem Markenzeichen, der knallroten Posaune, im Gepäck, gehört der Schwede zu den erfolgreichen europäischen Jazzmusikern unserer Zeit. Er arbeitete mit ABBA im Studio, erhielt den schwedischen Grammy für sein Lebenswerk und steht jährlich mehr als 200 Tage selbst auf der Bühne. Aktuell ist „Mr. Red Horn“ auf zahlreichen Festivals und Konzerten in ganz Europa unterwegs.

Saitensprung: Ich liebe Musik weil …
… sie mich einfach glücklich macht. Musik ist für mich wie ein Lebensmittel – ohne sie kann ich nicht leben.

Bezogen auf Jazz – Big Band oder Combo?
(überlegt) Das ist schwer zu beantworten. Es kommt darauf an, welche Musik wir spielen. Und es gibt in der Musik einfach zu viele Facetten – aber okay, Combo. Die ist mit wenigen Personen leichter zu steuern und zu variieren.

Angenommen, zeitliche und räumliche Hürden wären überwindbar, wen würdest du gerne einmal treffen?
Miles Davis. Er ist eines meiner größten Idole. Fast hätte es auch einmal geklappt, aber mittlerweile ist er ja leider schon lange tot.

Wann und wo übst du am Liebsten?
Ich bereite mich einfach immer an Orten vor, an denen ich Zeit und Platz finde. Meistens ist das in der Garderobe oder im Hotelzimmer. Also immer dort, wo der nächste Auftritt ansteht.

Vinyl, CD, Kassette oder MP3?
Ich liebe Vinyl. Leider habe ich nicht genügend Platz für all die Platten, aber ich stehe wirklich drauf. Obwohl, Kassetten haben auch was (lacht). Nein, ich bleibe bei Vinyl. Gerade auch der ganze Prozess mit dem Auflegen und Wenden und so weiter hat wirklich Charme.

Wärst du lieber taub oder stumm?
Puh, was ist das für eine Frage! Ich glaube, wenn man das nie erlebt hat, ist es schwer zu beantworten. Aber wenn ich mich entscheiden müsste, würde ich lieber hören.

Wann warst du das letzte Mal in der Oper?
Das ist gar nicht so lange her. Ich war in New York in der Metropolitan Opera und habe „Rigoletto“ gesehen.

Welches Album aus der Plattenkiste deiner Eltern hat dich am stärksten geprägt?
Am bedeutendsten war eine alte Schellackplatte meines Vater mit dem Bandleader Jimmie Lunceford und seiner Big Band. Die hatten das Lied „Rhythm Is Our Business“, das wir hoch und runter gespielt haben, bis die Platte nicht mehr ging. Dann haben wir mit ihr Frisbee gespielt (lacht).

Was war dein schönstes Live-Erlebnis auf der Bühne?
Ach, ich hoffe, dass das immer noch kommt (grinst).

Was ist dein persönlicher Soundtrack für das Frühjahr 2015?
Ich höre, ehrlich gesagt, bis auf das, was ich spiele, momentan keine Musik. Manchmal muss ich den Kopf einfach frei haben. Aber der Soundtrack für mein ganzes Leben, und was immer geht, ist die Platte „What’s Going On“ von Marvin Gaye. Die kann ich zu jeder Jahres- und Tageszeit und mit jeder Laune hören.

Aufgezeichnet von Gesa Asche

2017-11-10T16:55:48+00:00 Oktober 2017|Kategorien: Musikstadt Hannover|Tags: |