Tut uns Leid, Hamburg

Es ist eine Sensation! Seit Wochen gehen die Menschen auf die Straße, um gemeinsam zu singen. Natürlich nicht grundlos, denn im Dezember wurde Hannover zur Weltmusikstadt gekrönt! Das alles kommt nicht von ungefähr. Schon König Ernst August war ja sehr musikalisch, wie auf unserem Cover unschwer zu erkennen ist.
Na prima, das zweite Opernhaus und die erste Philharmonie können kommen! Tut uns leid, Hamburg. Fortan spielt in Hannover die Musik.
Endlich wurde erkannt, dass unsere Landeshauptstadt mehr zu bieten hat als dieses Lied, in dem immer so gepfiffen wird. Nun ist es vorbei mit der Mauerblümchenzeit Hannovers, das lange Zeit im Schatten der coolen Stadt Berlin und der schicken Stadt München stand. In der Stadt an der Leine spielt jeder ein Instrument, vom Obdachlosen bis zum Bürgermeister.
Ab sofort lässt sich mit Musik alles richten. Mal wieder eine rote Ampel in Hannover? Singen Sie doch so lange eine Lied, nur nicht dieses gerade erwähnte, in dem gepfiffen… na ja, Sie wissen schon. Und wenn die Üstra streikt, bleiben Sie doch zuhause, und hören Sie Musik, aber nicht dieses… wie gesagt.
Der neue Titel, der Hannover nun auszeichnet, muss mit Stolz getragen werden. Ab sofort soll auf jedem Plakat und jedem Flyer in Hannover das „UNESCO City of Music“-Siegel stehen, damit das auch bloß keiner vergisst.
Wie, Mannheim ist auch Musikstadt geworden? Auf der Straße wird nicht aus Freude gesungen, sondern gegen PEGIDA demonstriert? Der UNESCO-Titel ist gar nicht dotiert? Ach Musik, du ewig brotlose Kunst!

Robert Colonius

2017-10-24T16:35:52+00:00 Oktober 2017|Kategorien: Musikstadt Hannover|Tags: |