Orte.Räume – Editorial

Das Rockkonzert im Stadion, die Oper im Opernhaus und das Chorkonzert in der Kirche – wenn wir an Musik denken, legen wir sie oft in Schubladen ab. Wir ordnen bestimmten Musikrichtungen einen konkreten Ort zu, an dem diese Art von Musik für gewöhnlich stattfindet.
Das ließ in der Redaktion die Frage aufkommen, ob und wie Musik und ihre (Aufführungs-)Orte tatsächlich zusammenhängen. Beeinflussen die Räumlichkeiten unsere Erwartungen, die wir an die Musik und das Konzert haben? Was geschieht, wenn wir die Musik einfach mal an untypischen Orten stattfinden lassen, beispielsweise in einem Treppenhaus oder gar hoch oben in den Alpen?
Nicht immer ist der Raum nur geografisch definiert. Wer als Fan einer Rockband das lang ersehnte Konzert aus der ersten Reihe erlebt, der bezeichnet für sich persönlich wohl die Position direkt vor der Bühne als den Ort, an dem er die Musik mit Vorliebe hört.
Diese „Saitensprung“-Ausgabe beschäftigt sich primär mit der Musik an außergewöhnlichen Orten, fernab aller Normen, die sich über die Zeit in unseren Köpfen festgesetzt haben. Das aktuelle Heft widmet sich den Fragen, wie viel Musik hinter den Kulissen berühmter Konzerthäuser wirklich stattfindet, welche Rolle die Musik für Demenzkranke in einem Pflegeheim spielt und wie man mithilfe von Virtual-Reality-Technologie Konzerte ganz neu erleben kann.
Wir, die Studierenden des Instituts für Journalistik und Kommunikationsforschung an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover, haben uns an eben diese extraordinären Orte begeben und die herkömmlichen Schubladen ein wenig umsortiert.

Lara Sagen

Foto: Lara Sagen

2018-06-20T14:34:51+00:00 April 2018|Kategorien: Orte.Räume|Tags: |