Wie verhext

Besonders schöne Todesfälle in der Oper

Tosca stürzt sich in den Abgrund, Mimi stirbt an Schwindsucht, Don Giovanni wird brennend in die Tiefe gezogen, Siegfried heimtückisch ermordet – Suizid, Krankheit und Mord sind in den großen dramatischen Opern keine Seltenheit. Der Tod schockiert und fasziniert das Publikum zugleich und ist in dieser Dialektik als dramaturgisches Mittel für den Sonntagabend-Krimi wie für die Oper gleichermaßen wertvoll. Im Gegensatz zum echten Leben sterben die Protagonisten auf der Opernbühne jedoch selten einen gewöhnlichen Tod. Hier eine Auswahl besonders skurriler Fälle.

 

RIGOLETTO (Giuseppe Verdi)

Sparafucile wird von Rigoletto zu einem Mord angestiftet. Weil er davon abgehalten wird, die Zielperson zu töten, beschließt er, den nächsten zu ermorden, der zur Tür hereinkommt, um mit dessen Leichnam sein Versagen vertuschen zu können. Das Opfer ist jedoch Rigolettos Tochter, die sich als Mann verkleidet hat.

RUSALKA (Antonín Dvořák)

Rusalka lebt in der Unterwasserwelt und lässt sich verhexen, um mit ihrem geliebten Prinzen in der Oberwelt zusammenleben zu können. Als sie, vom Prinzen betrogen, in ihre Wasserwelt zurückkehrt, küsst der Prinz sie ein letztes Mal und stirbt daraufhin an dem verhexten Kuss Rusalkas.

DIE MACHT DES SCHICKSALS (Giuseppe Verdi)

Alvaro lässt seine Pistole fallen, aus der sich ein Schuss löst und den Vater von Alvaros Geliebter tötet. Damit beginnt die vom Schicksal bestimmte Handlung der Oper.

EIN MASKENBALL (Giuseppe Verdi)

Eine Wahrsagerin verkündet Ricardo sein Schicksal: Der Nächste, der ihm die Hand reicht, wird sein Mörder sein. Nicht viel später reicht ihm sein Freund Renato die Hand. Es kommt, wie es kommen muss: Ricardo wird von Renato erstochen, da er ein Verhältnis mit Renatos Frau gehabt hat. Ricardo vergibt seinem Mörder und stirbt.

Der Freischütz (Carl Maria von Weber)

Ein Brauch sieht vor, dass der Freischütz Max sein Ziel treffen muss, um seine Geliebte zur Frau nehmen zu können. Von Versagensängsten geplagt, stellt er mit Kaspar Freikugeln her, die jedes Ziel treffen. Da Kaspar sich an dem Vater von Max’ Geliebter rächen will, ist er einen Pakt mit dem Teufel eingegangen, der eine Freikugel auf die Geliebte lenken soll. Als Max schießt, trifft die Freikugel jedoch Kaspar selbst.

Bruno Schubert

2017-10-24T20:12:33+00:00 Oktober 2017|Kategorien: Sterben und Tod|