Stille, die

Wortart: Substantiv, feminin
Worttrennung: Stil|le
Beispiel: in aller Stille
Synonyme: Ruhe, Lautlosigkeit
Herkunft: mittelhochdeutsch stille, althochdeutsch stillī

Größter Feind: der Lärm (s. „Nicht so laut, bitte!“)
Aktueller Status: sehr selten, extrem vom Aussterben bedroht, absolutes Luxusgut
Direkt verwandt mit: Andacht, Kontemplation (s. „Ruhe im kirchlichen Raum“)
Entfernt verwandt mit: Musik, Generalpause, Meditation, Schweigen, Totenruhe, Nichts, Universum
Zuletzt gesichtet in: Bibliothek, Kirche, Kloster

Wird benötigt zum: Musizieren, Telefonieren, Konzentrieren, Lernen, Lesen, Entspannen, Erholen, Leben, Schlafen

Die Stille (von althochdeutsch stillī: ohne Bewegung, ohne Geräusch) bezeichnet die empfundene Lautlosigkeit. Sie ist ein meist wohltuender Zustand, völlig frei von Geräusch und Tönen.

Wenig wird so sehr unterschätzt wie die Stille. Unsere Sinne verlangen beständig nach Amüsement und Spektakel, Ruhe scheint kaum von Wert zu sein. Wir agieren und konsumieren, weil unsere Sinne uns dadurch Glück verheißen. Aber in Wahrheit kann uns nichts so tief berühren wie die Stille. Wenn wir uns selbst näherkommen wollen, ist die Stille Dreh- und Angelpunkt von allem. Um sie kennenzulernen, müssen wir nur damit beginnen, Dinge wegzulassen, die unnütz sind. Wir lassen einfach das Spektakel und Getue weg, und zum Schluss wird das übrigbleiben, worum es wirklich geht. Stille.

Roland Kolb

2017-12-28T15:12:22+00:00 Juni 2017|Kategorien: Stille|Tags: |